{"id":4628,"date":"2025-03-10T10:00:24","date_gmt":"2025-03-10T09:00:24","guid":{"rendered":"https:\/\/ruecken-zentrum.de\/blog\/?p=4628"},"modified":"2025-04-13T16:06:22","modified_gmt":"2025-04-13T14:06:22","slug":"interdisziplinaere-multimodale-schmerztherapie-imst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ruecken-zentrum.de\/blog\/2025\/03\/10\/alle\/interdisziplinaere-multimodale-schmerztherapie-imst\/","title":{"rendered":"Interdisziplin\u00e4re Multimodale Schmerztherapie (IMST)"},"content":{"rendered":"
Als \u201eInterdisziplin\u00e4re Multimodale Schmerztherapie\u201c (IMST) wird die gleichzeitige und in der Vorgehensweise aufeinander abgestimmte Behandlung bezeichnet, in der verschiedene somatische, k\u00f6rperlich und psychologisch \u00fcbende und psychotherapeutische Verfahren nach vorgegebenem Behandlungsplan mit unter den Therapeuten abgesprochenem Therapieziel eingebunden sind.<\/pre>\nDas R\u00fcckenzentrum Am Michel (RZAM) betreibt die Interdisziplin\u00e4re Multimodale Schmerztherapie (IMST) schon seit den Gr\u00fcndungszeiten des Zentrums im Jahr 2001. Nicht zuletzt genau deshalb sind die Kolleginnen und Kollegen dieser Gesundheitseinrichtung gefragte Referierende auf nationalen Kongressen verschiedener Fachgesellschaften. So auch im vergangenen November auf der Jahrestagung der Deutschen Wirbels\u00e4ulengesellschaft im CCH in Hamburg.<\/p>\n
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Dr. Joachim Mallwitz und Dr. Michael Richter waren eingeladen, um einen Vortrag zum Thema 20 Jahre IMST \u2013 Lessons learned<\/u><\/strong><\/em> zu referieren. Der R\u00fcckblick soll hier kurz dargestellt werden und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einen Einblick auf das erm\u00f6glichen, was wir (naja alles kann wohl nicht abgebildet werden) als Erfahrung aus der Praxis mitgenommen haben.<\/p>\n
Bevor es losgeht, nochmal kurz zur Definition der IMST [1] – bei Personen mit persistierenden Schmerzen am Bewegungsapparat gibt es einen Versorgungsgoldstandard. Der Begriff Goldstandard ist sicherlich mutig, ABER genau richtig, denn es handelt sich bei dieser Therapieform um die beste zur Verf\u00fcgung stehende Behandlungsform, wenn weniger intensive Interventionen nicht zu einer Linderung der Beschwerden gef\u00fchrt haben oder aber Begleitprobleme auftreten, die die Persistenz der Beschwerden f\u00f6rdern u.a. Angst, Stress, negative Gedanken. Wenn es nun einen solchen Goldstandard gibt, dann w\u00fcrde man erwarten, dass dieser auch bei den betroffenen Personen ankommt \u2013 dem ist leider nicht so und die Versorgung dieser Klientel ist in Deutschland bedeutend defizit\u00e4r, worauf die Deutsche Schmerzgesellschaft seit Jahren hinweist (siehe auch hier<\/a> bzgl. einer relativ neuen Pressemitteilung).<\/p>\n
Die Definition besagt, dass bei einer IMST alle beteiligten Berufsgruppen in enger Zusammenarbeit zusammenwirken und im besten Interesse des individuellen Patienten agieren. Daf\u00fcr sollten die Disziplinen regelm\u00e4\u00dfig miteinander sprechen UND sich auf Augenh\u00f6he begegnen. Dies klingt logisch, aber in der Realit\u00e4t kommt es selten vor \u2013 umso bedeutender sind Einrichtungen wie das RZAM, die es einfach machen – patientenzentriert und mit Leidenschaft. Und das mit Erfolg seit 2001.<\/p>\n
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Organisatoren der Therapietagung im Rahmen der Jahrestagung der deutschen Wirbels\u00e4ulengesellschaft (DWG): Dr. Michael Richter (lks.), Autor dieses Beitrages und gefragter Referent auf dem Gebiet der IMST. Jan Winter (re.), Leiter Physiotherapie in der Sch\u00f6nklinik Eilbek.<\/figcaption><\/figure>\n Eigenlob stinkt? Ja – kann sein aber es riecht angenehm hanseatisch mit einer Extraportion Best\u00e4tigung aus der Wissenschaft! Die motivierte Leserin kann hier<\/a> [2] nochmal nachschm\u00f6kern, was denn Personen mit anhaltenden Beschwerden (OHNE eindeutige, strukturelle Ursache \u2013 \u201edas sind zuf\u00e4llig die meisten Betroffenen mit R\u00fcckenschmerz!!!!!\u201c<\/em>) so brauchen oder hier<\/a> etwas aus unserem Hause! Nun \u2013 was haben wir denn gelernt in so vielen Jahren klinischer Patient*innen-Versorgung?<\/p>\n
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Strukturbefunde relativieren \u2013
\nmehr als wir dachten!<\/strong><\/h4>\n<\/li>\n<\/ol>\nBetroffene Personen mit anhaltenden Beschwerden am Bewegungsapparat d\u00fcrfen mutig sein und sich wesentlich mehr belasten, als wir vor Jahrzehnten noch dachten. Nun haben wir mit eigenen Augen erlebt, dass relevante Strukturbefunde z.B. ein Bandscheibenvorfall, eine Arthrose oder Nervenreizung und viele weitere Befunde NICHT ausreichen, um einer Person zu empfehlen, sich zu schonen oder sich k\u00f6rperlich zur\u00fcckzuziehen.<\/p>\n
Im Gegenteil \u2013 Motion is Lotion<\/em> (wie die Australier sagen!): Bewegung ist Balsam \u2013 auf die Dosierung kommt es an. Nicht bewegen ist sch\u00e4dlich UND unn\u00f6tig \u2013 nicht nur bei R\u00fcckenschmerzen!<\/p>\n
Wenn sich Betroffene mehr bewegen, resultiert ein Kontrollgef\u00fchl \u2013 nicht zuletzt haben viele Menschen mit chronischen Schmerzen regelm\u00e4\u00dfige Bewegung vermieden. Eine IMST schafft diese Br\u00fccke \u2013 die Zur\u00fcckf\u00fchrung von Schmerzbetroffenen in ein aktives Leben und wenn wir vor ca. 20 Jahren noch dachten, hier und da macht es Sinn vorsichtig zu sein, so wissen wir heute: FAST IMMER ist alles erlaubt. Um die Ausnahmen, die die Regel best\u00e4tigen herauszufinden, beginnt jede IMST immer mit einer interdisziplin\u00e4ren Diagnostik<\/strong>! Ein Team von verschiedenen Professionen nimmt sich Zeit f\u00fcr Sie, um im klinischen Entscheidungsprozess professionelle und g\u00fcltige Empfehlungen aussprechen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n