{"id":2432,"date":"2018-11-26T06:00:17","date_gmt":"2018-11-26T05:00:17","guid":{"rendered":"http:\/\/ruecken-zentrum.de\/blog\/?p=2432"},"modified":"2021-04-29T16:18:33","modified_gmt":"2021-04-29T14:18:33","slug":"cmd-craniomandibulaere-dysfunktion-schmerzen-im-kopf-und-kieferbereich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ruecken-zentrum.de\/blog\/2018\/11\/26\/fachbegriffe\/cmd-craniomandibulaere-dysfunktion-schmerzen-im-kopf-und-kieferbereich\/","title":{"rendered":"Schmerzen im Kiefergelenk? Ursachen und Therapie der CMD"},"content":{"rendered":"
CMD steht f\u00fcr craniomandibul\u00e4re Dysfunktion, bezeichnet also Symptome im Bereich des Kopfes (Cranium) und des Unterkiefers (Mandibula).<\/strong><\/p>\n 5 bis 12 Prozent der Bev\u00f6lkerung sind von einer CMD betroffen [1], Frauen h\u00e4ufiger als M\u00e4nner. Das Vorkommen der Erkrankung erreicht seinen H\u00f6hepunkt im Alter von 40 Jahren, danach nimmt es wieder ab [2].<\/p>\n Bei der Entwicklung einer CMD spielen viele Faktoren, die sich dar\u00fcber hinaus auch gegenseitig beeinflussen k\u00f6nnen, eine Rolle:<\/p>\n In der Regel ist ein gemeinsames Vorgehen von Orthop\u00e4den, Zahn\u00e4rzten, ggf. Kieferorthop\u00e4den, Physiotherapeuten und Psychologen wichtig, um die Ursache und die beeinflussenden Faktoren herauszufinden.<\/strong><\/p>\n Die Patienten berichten z.B. von einer eingeschr\u00e4nkten Mund\u00f6ffnung, Schluckbeschwerden, Schmerzen der Kaumuskulatur im Wangen- und Schl\u00e4fenbereich, des Kiefergelenkes oder des Kopfes. M\u00f6glich sind auch Missempfindungen wie Taubheit der Zunge oder Engegef\u00fchl beim Atmen. Oft stellen Betroffene Knackger\u00e4usche bei Kieferbewegungen fest (siehe unten: Kasten \u201eDiskusverlagerungen\u201c). Der Physiotherapeut beurteilt nach der orthop\u00e4dischen Untersuchung das Bewegungsausma\u00df und die Koordination des Unterkiefers, tastet die Muskulatur im Kiefer-, Kopf-, Hals- und Schulterbereich ab, testet auch die Funktion der Halswirbels\u00e4ule und die Beweglichkeit des Nervensystems.\u00a0Unter Umst\u00e4nden f\u00fchrt ein auf CMD spezialisierter Zahnarzt noch zus\u00e4tzlich eine instrumentelle Funktionsanalyse durch. Bei Bedarf wird auch ein Psychologe hinzugezogen.<\/p>\n In der Physiotherapie<\/strong> kommen manualtherapeutische Ma\u00dfnahmen und \u00dcbungen zur Verbesserung der Koordination des Kiefergelenkes sowie des funktionellen Zusammenspiels zwischen Kiefer, Halswirbels\u00e4ule und Schulterg\u00fcrtel zum Einsatz. Auch die K\u00f6rperhaltung wird, wenn n\u00f6tig, korrigiert [6]. Zur Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung ist es weiter sinnvoll, mithilfe eines Krafttrainings die aufrichtende Muskulatur der HWS und des Schulterg\u00fcrtels zu st\u00e4rken [7, 8]. Sehr wichtig sind auch Verfahren zur Verhaltenstherapie<\/a>, um andere Strategien zur Stressbew\u00e4ltigung zu erlernen, als sich \u201edurchzubei\u00dfen\u201c. Entspannungsverfahren, wie zum Beispiel Progressive Muskelentspannung<\/a>, helfen, Spannung abzubauen und die Wahrnehmung f\u00fcr den eigenen K\u00f6rper zu verbessern. CMD ist ein Sammelbegriff f\u00fcr Schmerzen und Funktionseinschr\u00e4nkungen im Bereich des Kopfes und des Kiefers. Bei der Suche nach den Ursachen spielen viele Faktoren eine Rolle. Die Therapie besteht aus manualtherapeutischer Behandlung, \u00dcbungen f\u00fcr den Kiefer- und Schulter-Nacken-Bereich, Patientenschulung zum Umgang mit Stress, Anspannung und Entspannung und allgemeinem Training zur Verbesserung der k\u00f6rperlichen Belastbarkeit.<\/p>\n Die Halswirbels\u00e4ule (HWS), insbesondere der obere Abschnitt, ist mit dem Kiefer durch das Nervensystem eng verschaltet. Dadurch k\u00f6nnen Funktionsst\u00f6rungen in der oberen HWS-Region bis in den Kieferbereich ausstrahlen [6]. Andererseits bestehen nat\u00fcrlich auch funktionelle und muskul\u00e4re Verbindungen, wodurch beispielsweise der K\u00f6rperhaltung eine wichtige Rolle zukommt. Manche Patienten mit zu schwacher Muskulatur der HWS gleichen dieses Defizit \u00fcber eine vermehrte Aktivierung der Kaumuskulatur aus. Hier kann die Physiotherapie mit speziellen \u00dcbungen ansetzen und das Bewegungsverhalten verbessern.<\/p>\n Wenn Sie unter wiederkehrenden Kopfschmerzen leiden oder Ihre Beschwerden im Schulter-Nacken-Bereich durch eine Therapie nicht anhaltend beeinflussbar sind,\u00a0sollten Sie auch den Kiefergelenkbereich untersuchen lassen.<\/p>\n Literatur:<\/p>\n [1] Schiffman E, et al. 2014. Diagnostic criteria for temporomandibular disorders (DC\/TMD) for clinical and research applications: recommendations of the International RDC\/TMD Consortium Network* and Orofacial Pain Special Interest Group\u2020. J Oral Facial Pain Headache. 28, 1:6\u201327<\/p>\n [2] Kares, H. 2010. Kraniomandibul\u00e4re Dysfunktionen auf Grundlage\u00a0der evidenzbasierten Zahnmedizin. ZWR\u00a0 \u0336\u00a0 Das Deutsche Zahn\u00e4rzteblatt 119, 3: 80\u201386<\/p>\n [3] Chisnoiu AM, et al. 2015.Factors involved in the etiology of temporomandibular disorders – a literature review.Clujul Med. 88, 4:473\u20138<\/p>\n [4] Manfredini D, et al. 2009. Role of psychosocial factors in the etiology of bruxism. J Orofac Pain. 23, 2:153\u201366<\/p>\n [5] Aceves-Avila FJ, et al. 2013. Temporomandibular joint dysfunction in various rheumatic diseases. Reumatismo. 65, 3:126\u201330<\/p>\n [6] Armijo-Olivo S, et al. 2016. Effectiveness of manual therapy and therapeutic exercise for temporomandibular disorders: systematic review and meta-analysis. Phys Ther. 96, 1:9\u201325<\/p>\n [7] H\u00e4ggman-Henrikson B, et al. 2018. The effect of supervised exercise on localized TMD pain and TMD pain associated with generalized pain. Acta Odontol Scand. 76, 1:6\u201312<\/p>\n [8] Gil-Mart\u00ednez A, et al. 2018. Management of pain in patients with temporomandibular disorder (TMD): challenges and solutions.J Pain Res. 16, 11:571\u201387<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" Die Physiotherapeutin Anna Palisi verf\u00fcgt \u00fcber 11 Jahre Berufserfahrung und arbeitet seit 2017 im R\u00fcckenzentrum Am Michel. Sie l\u00e4sst sich gerade zur CRAFTA-Therapeutin (Cranio Facial Therapy Academy) ausbilden und fasst hier den aktuellen Stand der Ursachen und der Therapie einer CMD zusammen:<\/p>\n","protected":false},"author":27,"featured_media":2460,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,17,12],"tags":[84,38,65,86,85,31,64,53,51,24],"class_list":["post-2432","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-alle","category-aktuelles-aus-der-wissenschaft","category-fachbegriffe","tag-cmd","tag-entspannung","tag-halswirbelsaeule","tag-hws","tag-kiefergelenk","tag-kopfschmerzen","tag-nackenschmerzen","tag-physiotherapie","tag-schlafstoerung","tag-schmerzen"],"yoast_head":"\nDie Ursachen<\/strong><\/h6>\n
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Die Symptome<\/strong><\/h6>\n
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\nTeilweise werden Patienten von ihren Zahn\u00e4rzten zur Physiotherapie geschickt, wenn ein Abrieb der Zahnsubstanz auf ein regelm\u00e4\u00dfiges Z\u00e4hneknirschen hinweist.
\nDar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen begleitende Symptome wie Kopfschmerzen, Ohrbeschwerden, Bewegungseinschr\u00e4nkungen im Bereich der Halswirbels\u00e4ule und Haltungsver\u00e4nderungen im Kopf- und Nackenbereich auftreten [6].<\/p>\nDie Untersuchung\u00a0<\/strong><\/h6>\n
Die Therapie<\/strong><\/h6>\n
\nOft erhalten Patienten von ihrem Zahnarzt Aufbissschienen, um die Z\u00e4hne zu sch\u00fctzen und die Kaumuskulatur und die Kiefergelenke zu entlasten.<\/p>\n
\nAuch das Thema Schlafhygiene ist wichtig, damit Betroffene entspannt in die Nachtruhe starten. Im R\u00fcckenzentrum Am Michel bietet die Psychologin Tanja D\u00f6rner ein Schlafseminar<\/a> an.<\/p>\nUnser Fazit<\/strong><\/h6>\n

Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Homepage in der Rubrik Krankheitsbilder<\/a>.<\/pre>\n
Besonderheit Halswirbels\u00e4ule<\/u><\/strong><\/h6>\n
Unsere Empfehlung<\/strong><\/h6>\n
Diskusverlagerung\r\n\r\nAm Kiefergelenk befindet sich zwischen dem Schl\u00e4fenbein (Os temporale) und dem Kiefergelenksk\u00f6pfchen ein sogenannter Discus articularis, eine Knorpelscheibe, die sich bei der Mund\u00f6ffnung leicht mitbewegt. Bewegen sich das Kieferk\u00f6pfchen und der Diskus nicht synchron, kann es zu einer sogenannten Diskusverlagerung, in der Regel nach anterior (vorne) kommen, entweder mit Reposition (d.h. der Diskus gleitet w\u00e4hrend der Mund\u00f6ffnung wieder \u00fcber das Kieferk\u00f6pfchen, oft als Knacken h\u00f6rbar) oder ohne Reposition (der Diskus verbleibt vor dem Kieferk\u00f6pfchen, oft ist die Mund\u00f6ffnung dadurch eingeschr\u00e4nkt). Das Knacken ist zwar l\u00e4stig, aber in der Regel ungef\u00e4hrlich.<\/pre>\n
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