Psychologische Behandlung bei chronischen Rückenschmerzen
Was haben Schmerz und Seele miteinander zu tun?
Aufgrund langanhaltender oder beständig wiederkehrender Kreuzschmerzen berichten viele Betroffene über weitere negative Folgen, die sowohl körperlicher, als auch psychischer oder psychosozialer Natur sein können.
Schmerzbedingte negative Auswirkungen sind z.B. Verunsicherung über die Leistungsfähigkeit des Körpers, Angst vor bestimmten Bewegungen und einer befürchteten Schmerzzunahme, Schon- und Vermeidungsverhalten, Niedergeschlagenheit und Gefühle der Hilflosigkeit und Resignation nach gescheiterten Behandlungsversuchen und dem mangelnden eigenen Vermögen, selbst etwas gegen den Schmerz auszurichten, Rückzug von Freunden und Familie, Probleme in der Familie und Partnerschaft, starke Eingeschränktheit oder Aufgabe von Hobbies, Arbeitsunfähigkeit, Minderwertigkeitsgefühle, Zukunftssorgen etc..
In der Art, wie sich anhaltende Schmerzen auf Fühlen, Denken und Verhalten eines Menschen auswirken, so beeinflussen die Gefühle, Gedanken und das Verhalten wiederum auch wesentlich, wie die Schmerzen wahrgenommen werden. Je größer die Hilflosigkeit gegenüber den Schmerzen empfunden wird, desto bedrohlicher wird der Schmerz und umso stärker wird er erlebt. Aber auch andere negative Erlebnisse und Erfahrungen im Leben können sich ungünstig auf das Schmerzgeschehen auswirken.
Hilfe zur Selbsthilfe
In der psychologischen Behandlung chronischer Rückenschmerzen im Rückenzentrum geht es vorrangig um das Erkennen und Erlernen eigener Fähigkeiten, das Schmerzgeschehen selbst zu beeinflussen. Hierzu zählt eine ausführliche Informationsvermittlung der am chronischen Schmerzgeschehen beteiligten Faktoren und das Erlernen von Strategien im verbesserten Umgang mit den Schmerzen. Ziel ist eine größere Lebensqualität und eine Unterbrechung des Teufelskreises zwischen chronischen Rückenschmerzen und negativen körperlichen und psychosozialen Auswirkungen.
Erfahrungsgemäß gelingt es häufig zuerst, die schmerzbedingten Einschränkungen im alltäglichen Leben zu verändern, während sich eine verringerte Schmerzwahrnehmung erst mit einiger Verzögerung einstellt.
Die psychologische Behandlung ist verhaltenstherapeutisch orientiert und beinhaltet ein strukturiertes Gruppentraining zum Erlernen eines verbesserten Umgangs mit den Schmerzen (Schmerzbewältigungstraining) sowie das Erlernen eines Entspannungsverfahrens (Progressive Muskelentspannung nach Jacobson). Darüber hinaus werden psychologische Einzelgespräche angeboten.
